Bahnlinie Rastatt – Kehl (u.a.): Treffen mit OV Kehl/Rheinau am 10.10.2019

Zeit und Ort: um 19.00 Uhr im Roten Ochsen in Freistett

 

Hintergrund
Der Ortsverband Bündnis 90/ Die Grünen Lichtenau greift das Thema Bahnanschluss Rastatt-Iffezheim-Hügelsheim-Bühl nochmals mit einer anderen Variante auf. Die BFL (Bürger für Lichtenau) hatten einen  Antrag mit dem Thema: „Bahnanschluss von Rastatt über Iffezheim, Hügelsheim, Rastatt, Rheinau und Kehl“, in den Lichtenauer Gemeinderat eingebracht.

Unterstützt wurde dieser Antrag von Teilen des Gemeinderates Rastatt. Dieser Antrag fand im Gemeinderat der Stadt Lichtenau keine Mehrheit.

Nachdem der Verkehrsminister Hermann, BW,  den ländlichen Raum besser mit Bussen und Bahnen ausstatten will, wurde dieses Thema vom Ortsverband Lichtenau erneut aufgegriffen. Wir wollen uns konkret für eine Bahnlinie von Rastatt über Iffezheim, Hügelsheim, Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden, Abzweigung evtl. nach Bühl, Rheinmünster, Lichtenau, Rheinau bis Kehl einsetzen.

Als Begründung nennen wir die Aussagen des Ministeriums für Verkehr, den ländlichen Raum besser mit Bahnanschlüssen zu versorgen und die große Anbindung von Karlsruhe nach Straßburg zu sehen.

 

Ergebnisprotokoll des Treffens

Anwesend vom Ortsverband

Kehl: Norbert Hense, Frank Großmann und Karsten Kolb

Lichtenau: Hertha und Frohmut Menze, Detlef Feder, Stephan Bayer und Rainer Klein 

 

2 Auszüge Verkehrsplan 2012 für Rastatt:

Das Unterwegsseinmüssen und -wollen ist eine Grundkonstante des Privat- und Wirtschaftslebens. Für das Unterwegsseinkönnen, mithin für Mobilität zu sorgen, Infrastrukturen dafür zu schaffen, zu erhalten, zu betreiben und zu ordnen ist daher eine wesentliche Aufgabe öffentlicher Daseinsfürsorge auf allen staatlichen Ebenen. Als Ziel aller hierzu dienenden Verkehrsplanung wird ein möglichst sicheres, umweltfreundliches und flüssiges Vorankommen mit allen Verkehrsmitteln gelten dürfen. 

Die Güterstrecke entlang des Rheins ist eine der am stärksten befahrenen Schienenstrecken Europas. Für den Korridor zwischen Köln und Karlsruhe werden zudem für die nächsten Jahre erhebliche Verkehrszuwächse erwartet.

 

Es gab Überlegungen, den BadenAirpark von Baden-Baden aus mit der Durchschneidung der Autobahn A5 an das Schienennetz anzubinden.Widerstand gab es von Teilen des Gemeinderates der Stadt Rastatt. Sie wollten eine Anbindung des BadenAirparks über Rastatt.

Nutznießer sollten auch die südlich anliegenden Gemeinden zwischen Rastatt und Kehl sein. Die alte Trasse wäre noch im Eigentum des Landes und könnte schnell aktiviert werden. Dieses Vorhaben wurde vorerst auf Eis gelegt.

Weitere Planungen hinsichtlich einer Ausweichstrecke gibt es über die Wintersdorfer Bahnstrecke. Sie soll bei Störfällen der Trasse Rastatt, Baden-Baden, Bühl und Offenburg die Ausweichroute sein.

Für die wünschenswerte Strecke von Rastatt nach Kehl / Straßburg ist mehr an die Verlängerung der Stadtbahn Karlsruhe oder auch der Erweiterung der französischen Tram gedacht. Diese Strecke soll die Alternative für den Pendlerverkehr in unserem ländlichen Raum werden.

 

3 Auszüge Verkehrsplan 2012 für Rastatt:

Wie bereits im Kapitel 5 Individualverkehr in Rastatt dargestellt, lassen die verkehrswissenschaftlichen Perspektiven für den ModalSplit, also für das Aufteilungsverhältnis von Verkehren auf die Verkehrsträger, keinen Rückgang für den motorisierten Individualverkehr erkennen. Dennoch gibt es gute Gründe für alle Bemühungen, die weiterwachsende Verkehrsnachfrage auf die Verkehrsträger des „Umweltverbunds“ zu lenken. 

..wird der Schienenpersonennahverkehr überwiegend mit Hilfe der Regionalisierungsmittel finanziert. Die Länder bestellen als Aufgabenträger die entsprechenden Schienenverkehrsleistungen des Nahverkehrs bei Verkehrsunternehmen, z. B bei der Deutschen Bahn AG oder der Albtalverkehrsgesellschaft (AVG).

Handlungsbedarf: - weitere konstruktive Begleitung der Bemühungen der Nahregion um einen Stadtbahnanschluss des BadenAirparks über die Wintersdorfer Bahnstrecke.

 

In Vorgesprächen mit früheren Beteiligten, wie z.B. Bea Böhlen und Manuel Hummel, wurde deutlich, dass durchaus dieses Thema noch präsent sein kann. Der Ortsverband Lichtenau nahm daher Kontakt mit dem Kreisverband Rastatt/Baden-Baden, den Ortsverbänden Rheinmünster und Kehl/Rheinau auf. Am 10.10.2019 fand hierzu ein klärendes Gespräch zwischen den Ortsverbänden Lichtenau und Kehl statt.

Es ging um die Verbindung über die Schiene von Rastatt nach Kehl, über Iffezheim, Hügelsheim mit der Anbindung des Baden-Airparks, Rheinmünster der Anbindung nach Bühl, Lichtenau und Rheinau.

Die Beteiligten stehen grundsätzlich hinter einem solchen Vorhaben. Sie gaben zu bedenken, dass in der Vergangenheit viele Argumente gegen ein solches Projekt geäußert wurden.
Es wurden auch Alternativen zu einem Ausbau der Schiene diskutiert.Im Gespräch waren Elektrobusse mit Haltestellen wie bei der Bahn. Solche Strecken werden in der Regel vom Landkreis und den Kommunen finanziert und unterhalten. Die Elektrobusse sind aber dem normalen Straßenverkehr unterworfen, während Züge störungsfreier fahren können.

Die Schiene wird vom Land und möglicherweise von den Landkreisen finanziert. Der Ausbau des Schienennetzes ist für Berufspendler eine als wichtige Alternative zum Auto zu sehen.

In Abwägung zwischen Elektrobussen und Bahn wurde klar erkennbar, dass die Bürger der Bahn den Vorzug gäben. Die Tram in Straßburg/Kehl beweist, dass solcher Bahnverkehr angenommen wird, während die Busse oftmals leer sind. Zudem ist mit der Bahn viel angenehmer zu fahren.

Die Betrachtungsweise nur von Rastatt für ein solches Projekt greift zu kurz. Der Trend, weg von der Straße und hin zum öffentlichen Nahverkehr, wird diskutiert und kommen müssen. Die Diskussionen um das Aus von Verbrennungsmotoren bedeuten in den nächsten 10 Jahren eine Verdoppelung des Fahrgastaufkommens. Daher brauchen gerade die Menschen im ländlichen Raum eine gute Perspektive für die Zukunft.

Der Bahnanschluss von Rastatt nach Kehl wäre eine gute Perspektive für die Menschen und die Wirtschaft. Für diese Strecke, bzw. dem Knotenpunkt Karlsruhe und der Europastadt Straßburg fehlen rechnerische Grundlagen.

Beim Schienenverkehr würde der Wohn- und Verkehrswert der angeschlossenen Kommunen erheblich erhöht und dadurch auch für größere Städte interessant werden. Der Ausbau des Schienennetzes bedeutet auch eine Verbesserung der Infrastruktur und Schaffung alternativer Arbeitsplätze, die Priorität haben können.

Nur, wenn es für die Bürger finanzierungsfähige und garantierte Mobilität als Alternativen gibt, sowie die Wirtschaft davon profitieren kann, wird dies auch angenommen.

Die beiden Ortsverbände sind sich einig, dass als nächster Schritt ehemals Beteiligte zu diesem Thema gehört werden sollen.

 

Rainer Klein
Ortsverband Lichtenau

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